Beginn: 20:00 Uhr
Wir laden Sie ganz herzlich zu einem internationalen Gastvortrag zu der Kriminalisierung österreichischer AktivistInnen aus der Tierschutz- und Tierrechtsszene ein. Dabei wird ein besonderer Fokus auf den anstehenden Prozessbeginn in Wien gelegt. Vorgeworfen wird den 10 AktivistInnen der Basisgruppe Tierrechte (BAT) und anderen Tierschutz- und Tierrechtsgruppen, Mitglieder einer kriminellen Organisation zu sein, nachdem es europaweit zu einer Protestwelle insbesondere gegen die Pelzindustrie gegeben hatte.
Die Betroffenen berichten über das skandalöse Vorgehen des österreichischen Repressionsapparates, welcher auf Antrag des Innenministeriums die Tierrechtsbewegung flächendeckend von einer Spezialeinheit überwachen lies. Das Ministerium ordnete einen „großen Lauschangriff“ an, so Matthias Pfeiffer, einer der Veranstaltungsorganisatoren. Dazu gehörten Audio- und Videoüberwachung von Wohnungen und Treppenhäusern, Peilsender an Autos und die enorme Ansammlung von personenbezogenen Daten sowie die akribische Dokumentation jeglicher Kommunikationswege – und das 24 Stunden am Tag.
Nachdem hunderte dieser Profile angelegt worden waren, kam es zu noch drastischeren Methoden. Im Mai 2008 wurden 23 Wohnungen gestürmt, durchsucht, und die 10 betroffenen Akteure für über 3 Monate in Untersuchungsgewahrsam untergebracht. Vorgeworfen wurde den Aktiven jedoch lediglich, dass sie ein standardisiertes Verschlüsselungsprogramm für ihren Emailverkehr benutzen, der unter Internetusern weit verbreitet ist. Sie waren zuvor in legale Tierschutzkampagnen involviert, hatten an Demonstrationen teilgenommen und sie angemeldet, Kurse und Workshops gehalten. Matthias Pfeiffer meint: „Die Terrorismusvorwürfe gegen diese Menschen, die sich mit legalen Mitteln für das Wohl von unschuldigen Tieren eingesetzt haben, sind vollkommen absurd.“
„ Offensichtlich ist dieses Vorgehen auch ein Versuch der Imagerettung der Pelzindustrie. Es macht mich Wütend, dass Menschen mit sozialem Engagement verurteilt werden sollen, während Tierquälerei dagegen so ungeahndet bleibt.“, erklärt Pfeiffer. „Ich erwarte eine spannende Informationsveranstaltung über eine so pikante wie skandalöse Kriminalisierungsgeschichte einer wachsenden sozialen Bewegung.“
Tatsächlich hat der politische Einsatz für die Tierwelt in den letzten Jahren europaweit wieder zugenommen. Die Nachricht der Inhaftierung der AktivistInnen hatte auch in Deutschland für große Empörung und massiven Solidaritätsaktionen gesorgt. Vorausgegangen war mit der bundesweiten „Offensive gegen die Pelzindustrie“ ein Äquivalent zu den österreichischen Protesten.
Weitere Informationen stellt die Webseite www.antirep278a.blogsport.de für Sie bereit.