Thema: Geschlechtererziehung im Kindesalter
Beginn: 19:00 Uhr
Seit jeher denken Menschen in Kategorien. Eine, die einen besonders großen Platz in unserer Gesellschaft einnimmt, ist die Kategorie Geschlecht. Noch bevor ein Mensch das Licht der Welt erblickt, machen sich seine Eltern Gedanken darüber, was „es" denn wird. Und auch kurz nach der Geburt, wenn es denn nicht schon bekannt ist, ist eine der ersten Aussagen, die in Bezug auf den Säugling fallen, die Frage nach dem Geschlecht: „Es ist ein Mädchen/Junge!". Danach werden Kleidung und Spielzeuge ausgesucht, Verhaltensweisen gefördert, geduldet oder „abtrainiert" und somit bewusst oder unbewusst gängige Geschlechterrollen reproduziert. Schon von Beginn an wird Kindern beigebracht, wie sie sich ihrem biologischen Geschlecht „entsprechend" verhalten sollen. Und nicht nur zu Hause, auch in der Schule, in der Nachbar_innenschaft oder in den Medien wird dabei ganz nach der heteronormativen Matrix* Druck auf Kinder ausgeübt, die sich „untypisch" verhalten – entgegen ihrem Willen und ihren Bedürfnissen.
Die kommende Überraschungsveranstaltung soll zum Träumen, Lachen, Weinen, aber vor allem zum Nachdenken anregen.
*Ein zentraler Begriff in der Queer-Theorie, geprägt von Judith Butler, der von einem zweigeschlechtlichen Modell ausgeht (männlich/weiblich) und körperliche Geschlechtsmerkmale (sex), Geschlechterrolle /-identität (gender) und Begehren (desire) in einer heterosexuellen Matrix miteinander verbindet. Kurz: Ein biologischer Mann fühlt, benimmt und kleidet sich wie es von einem Mann erwartet wird und steht auf Frauen, oder umgekehrt. Andere Lebens- und Liebesweisen, wie z.B. Homosexualität, aber auch Trans- und Intersexualtität finden in diesem Modell keinen Platz.